Skip to article frontmatterSkip to article content
Site not loading correctly?

This may be due to an incorrect BASE_URL configuration. See the MyST Documentation for reference.

Die Bedingung zur Anwendung der Gauss’schen Fehlerfortpflanzung ist, dass die Messgrößen nicht korreliert sind. Oft sind zwar die Eingangsgrößen korreliert, aber wir können sie umrechnen, sodass die Korrelation verschwindet. Zum Beispiel: wir haben aus einer Probe fünf Aliquote mEW{m}_\mathrm{EW} entnommen und in jedem dieser Aliquote die Masse unsere Analyten mA{m}_\mathrm{A} bestimmt. Das Ziel ist, den Massenanteil des Analyten w=mAmEW{w}=\frac{{m}_\mathrm{A}}{{m}_\mathrm{EW}} zu ermitteln.

In diesem Protokoll sind mEW{m}_\mathrm{EW} und mA{m}_\mathrm{A} offensichtlich korreliert: fällt mein Aliquot zufällig etwas größer aus so wird auch die Auswaage für den Analyten eher größer ausfallen. Wenn man also aus (4) über u(mEW)=s2(mEW){u}({m}_\mathrm{EW}) = \sqrt{{s}^2({m}_\mathrm{EW})} und u(mA)=s2(mA){u}({m}_\mathrm{A}) = \sqrt{{s}^2({m}_\mathrm{A})} bestimmt, so kann man danach nicht mehr die Fehlerfortpflanzung (4) verwenden.

Eine gangbare Lösung ist, statt die Standardabweichungen für beide Eingangswerte getrennt zu betrachten und jeweils aus den zusammengehörigen Paaren (mEW,mA)({m}_\mathrm{EW}, {m}_\mathrm{A}) einen Massenanteil auszurechnen. Die Messunsicherheit wird dann aus der experimentellen Standardabweichung der Massenteile berechnet.

Lässt sich die Korrelation nicht so einfach aufheben, so muss man die auf eine etwas komplexere Formel zurück greifen, die die Gauss’sche Fehlerfortpflanzung um eine Korrelationsterme erweitert

uC2(y)=i=1N(fxi)2u2(xi)+2i=1N1j=i+1Nfxifxju(xi,xj){u_C}^2(y) = \sum_{i=1}^{N}\left(\frac{\partial f}{\partial {x_i}}\right)^2{u}^2({x_i}) +2 \sum_{i=1}^{N-1} \sum_{j=i+1}^N \frac{\partial f}{\partial {x_i}}\frac{\partial f}{\partial x_j} u(x_i,x_j)

u(xi,xj)=u(xj,xi)u(x_i, x_j) = u(x_j, x_i) ist die Kovarianz von xix_i und xjx_j mit

r(xi,xj)=u(xi,xj)u(xi)u(xj)r(x_i, x_j) = \frac{u(x_i, x_j)}{u(x_i) u(x_j)}

wobei rr der Korrelationskoeffizient ist. In den meisten Fällen sind u(xi,xj)u(x_i, x_j) und r(xi,xj)r(x_i, x_j) nicht einfach zu bestimmen. Eine Ausnahme bildet hier der Fall, dass xix_i und xjx_j basierend auf anderen Parametern berechnet wurden. In dem Fall, dass xi=F(q1,q2,,qL)x_i = F(q_1, q_2, \dots, q_L) und xj=G(q1,q2,,qL)x_j = G(q_1, q_2,\dots, q_L) kann man die Kovarianz wie folgt ausrechnen:

u(xi,xj)=l=1LLqlGqlu(ql)u(x_i, x_j) = \sum_{l=1}^L \frac{\partial L}{\partial q_l} \frac{\partial G}{\partial q_l} {u}(q_l)

Dabei spielt es keine Rolle, wenn bestimmte qlq_l nur in einer der beiden Funktionen GG und FF vorkommt, da in diesem Fall die partielle Ableitung nach qlq_l der anderen Funktion =0=0 ist und der Term heraus fällt.